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Am vergangenen Wochenende fanden in der Türkei Kommunalwahlen statt. Das Ergebnis war eine Niederlage für den amtierenden Staatspräsidenten Erdogan: Seine Partei verlor in Metropolen wie Istanbul oder Ankara nach 25 Jahren die Mehrheit und muss diese und damit die Bürgermeisterposten nach den bisher vorliegenden Zahlen an die oppositionelle Partei CHP abgeben. Zusätzlich belastet ein neuer Konflikt mit den Vereinigten Staaten von Amerika die türkische Lira.

Kursturbulenzen vor der Wahl

Bereits vor den Wahlen sorgte Erdogan mit einer gegenüber ausländischen Investoren und Banken repressiven Finanzpolitik für eine Abkehr von Anlegern. Auch die eigene Notenbank blieb nicht verschont: Der Welt zufolge manipulierte Erdogan im Zuge der Lira-Krise von 2018 die Lira-Statistiken. Die Rating-Agentur Moody’s stufte die Bonität des Landes auf dem Niveau B3 ein. Seit dem Schlussquartal 2018 befindet die Türkei sich in der Rezession. Turbulenzen an den Finanzmärkten waren die Folge. Im Vorfeld der Wahl verkauften Anleger massenhaft Lira-Bestände, was eine weitere Abwertung der Währung zur Folge hatte.

Russische Flugabwehr und amerikanische Jets

Hinzu kommt nun ein weiterer Konflikt zwischen der Türkei und den USA. Denn die Türkei hatte russische S-400 Flugabwehrraketensysteme gekauft, die innerhalb des Landes stationiert werden sollten. Daraufhin setzten die Vereinigten Staaten die Auslieferung und weitere Aktivitäten um den Verkauf amerikanischer F-35-Kampfjets aus. Der Erwerb russischer Waffensysteme sei inakzeptabel, argumentierten die Vereinigten Staaten. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, verteuerte sich der Dollar am Dienstagvormittag um 2,1 Prozent auf 5,60 Lira.

Hoffnung an der Börse?

Nach der Wahlniederlage fürchten Investoren nun, dass der Staatspräsident weiteren Druck auf die Notenbank sowie auf private Institute ausüben könnte. An der Börse ist jedoch derzeit Hoffnung zu erkennen: Der ISE National 100-Index steht am Dienstagnachmittag mit 0,46 Prozent im Plus und zählt 94.534,42 Punkte. Auch der Dow Jones Industrial Average Index ist im Aufstieg. Er klettert mit 1,27 Prozent auf 26.258,42 Zähler.

Titelbild: © THANIT / Fotolia.com